Wir trauern um unseren einstigen Werbepartner Helmut Haller!

 

Ein Leben für und mit dem Fußball führt Helmut Haller. Der am 21.07.1939 geborene Helmut Haller wurde bereits mit 18 Jahren in die deutsche Nationalmannschaft berufen und bekam schon im Alter von 22 Jahren das Angebot nach Italien zu gehen.

Doch das war vor der WM 1962 nicht möglich. Vorher ins Ausland zu gehen, das war seitens Sepp Herbergers nicht machbar, erzählte uns Helmut und berichtet auch von seinem großen Respekt vor dem Bundestrainer: „Er war für mich wie ein Vater und brachte mir erst einmal bei, wie man sich als Profi verhält. Dass man zum Beispiel morgens einen Orangensaft trinken sollte und all die wichtigen Aspekte, die ein Sportler beachten müsse. Wir waren ja zu Hause neun Kinder, mein Vater musste arbeiten, Fußball lernte ich auf der Straße zwischen den zerbombten Häusern. 

Fußballschuhe hatte ich keine und so spielte ich mit den Sonntagsschuhen. Als ich ein wichtiges Tor schoss, dabei aber die Sohle ruinierte, gab es statt Lob Schläge“ , erinnert sich der Vize-Weltmeister von 1966 und fügt hinzu: „Heute erlebe ich, dass bei Trainingslagern die Kinder schon komplett ausgerüstet ankommen, aber auch, dass manchmal die mit weniger professioneller Ausstattung die besseren Spieler sind.

Allgemein müsse man aber bedenken, dass die 60er Jahre einfach eine andere Zeit waren. Als ich 1962 zum FC Bologna wechselte, war das für mich wie ein Sechser im Lotto, ich verdiente beim BC Augsburg 120 Mark im Monat. Ich musste diese Chance nutzen. Aber in meinen 11 Jahren in Italien war vertraglich stets geregelt: Wenn der DFB mich braucht, muss ich freigestellt werden. Für die Nationalmannschaft zu spielen war eine Ehre, da standen mir die Haare zu Berge, wenn die Hymne erklang.

Trotzdem erhielt ich nach meinem Wechsel nach Italien Briefe, in denen ich als Vaterlandsverräter beschimpft wurde. Damals gab es neben mir nur noch einen Dänen in Bologna. Heute ist der Ausländeranteil in den deutschen Clubs ja schon bei 60%.“

Die Integration sei keine Schwierigkeit dabei, er habe bereits nach einem halben Jahr ein Interview in Italienisch gegeben. Heutzutage dagegen würden manche ausländische Spieler in der Bundesliga nach zwei, drei Jahren immer noch den Reportern auf Englisch antworten. Doch viel problematischer erachtet Helmut Haller, dass heute 40 Profis in einer Mannschaft sind und eben nur maximal 15 spielen dürfen. Da kann keine Mannschaft zusammenwachsen. Alles ist zudem eher schnelllebig, man kann heute nichts mehr aufbauen wie früher, da muss ein Trainer gehen, wenn er dreimal verliert.

Für Helmut Haller ist auch die Berichterstattung nicht mehr die Gleiche: Inhalte zählen nicht mehr, es wird immer weniger über das Spiel berichtet und wie es zu bestimmten Situationen kam. Ganz andere Dinge stehen im Vordergrund.

Helmut Haller selbst hat dies selbst schon hautnah erlebt, vor einigen Jahren stritten zwei englische Boulevard-Zeitungen über die Exklusiv-Rechte an einem Bild mit dem Original-Ball vom Endspiel 1966 gegen England, als Deutschland durch das legendäre Wembley-Tor verlor. Haller hatte diesen Ball damals mitgenommen. Rückblickend resümiert der Europacup-Finalist 1973 (mit seinem damaligen Verein Juventus Turin, bei dem er von 1968 an spielte, gegen Ajax Amsterdam): „Ich hab nicht aufs Geld geschaut, ich wollte spielen und auf meinen Körper achten. Ich hatte nie einen Berater, natürlich hatte auch ich Einbrüche, vor allem menschlicher und privater Natur. Aber was ich besonders positiv empfand: Es gab keinen Neid. Meine Teamkollegen in Bologna sagten immer, wenn du gut spielst Helmut, dann laufen wir, weil wir dann auch mehr bekommen. Tatsächlich wurden nach dem Meistertitel sechs meiner Mannschaftskameraden italienische Nationalspieler.“

Für die deutsche Nationalmannschaft hat Helmut Haller folgenden Tipp: „Wir brauchen eine vernünftige Mannschaft mit jungen Talenten, davon gibt es viele, die müssen nur integriert werden. Plus zwei bis drei ältere Spieler, die führen können. Dem Rest sollte einfach wieder bewusst werden: Wenn ich keine gescheite Mannschaft habe, dann qualifiziere ich mich eben nicht. Schau 'ma mal und nehmen´s sportlich.“